Suche nach neuen Technologiefeldern

Das BKW Technology Center will neue Technologien für die BKW nutzbar machen. (Photo: zvg)
Oskar E. Aeberli /

Seit gut zwei Jahren besitzen die Bernischen Kraftwerke (BKW) ein eigenes Technology Center. Dessen Ziel ist es, gemeinsam mit Forschungspartnern Technologie so weiterzuentwickeln und nutzbar zu machen, dass neue Geschäftsfelder davon profitieren können.

Was in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt ist: Die Bernischen Kraftwerke (BKW) verfügen in Nidau, BE, über ein eigenes Technology Center. Angesprochen auf das Tätigkeitsspektrum, schildert dessen Leiter Daniel Brand dieses wie folgt: «Unsere Tätigkeit lässt sich in zwei Felder unterteilen: Zum einen schaffen wir für die BKW ein Umfeld, worin sich Forschungsprojekte abwickeln lassen, und zum andern sehen wir uns verantwortlich, Chancen zu identifizieren, konkrete Projekte zu initiieren und für eine effektive und effiziente Umsetzung zu sorgen.»

Und wie wird dieses Umfeld realisiert? «Das Umfeld schaffen wir, erstens indem wir mit den operativen Linien der BKW diejenigen Technologiefelder identifizieren, die zukünftig relevant sind. Für die Technologiefelder formulieren wir eine gemeinsame Vorstellung über Forschungs-, Entwicklungs- und kommerziell umsetzbare Themen. Zweitens schaffen und pflegen wir ein Netzwerk zu Forschungspartnern extern und unseren Anspruchsgruppen intern. Damit kennen wir relevante Felder für Forschung, den Bedarf unserer operativen Linien und die Partner, die uns mit Forschungsprojekten unterstützen können», erläutert Brand die Vorgehensweise.

«Durch unsere Tätigkeit beim Aufbau und der Pflege unseres internen und externen Netzwerkes erkennen wir Bedarf und Angebot genau. Zudem evaluieren wir  Übereinstimmungen und beurteilen die Chancen, die sich daraus ergeben. Wenn wir effektives Potenzial für einen neuen Forschungsbereich erkennen, dann bringen wir beide Seiten an den Tisch und formulieren gemeinsame Ziele»,  nennt Brand die notwendigen Schritte. Danach sorgt das Technology Center (TC) dafür, dass Zusammenarbeitsverträge ausgehandelt werden, dass die Finanzierung passt, die Lenkung des Projektes gewährleistet wird und dass die adressierte operative Linie maximal von den Ergebnissen profitiert.

Gründung vor zwei Jahren

Wie ist es zur Lancierung des TC gekommen? «Der technologische Wandel des Energiesystems hin zu mehr stochastisch produzierender, dezentraler Produktion, die Marktöffnung und die neuen Möglichkeiten von Energiemanagement in Gebäuden haben der BKW die Chance eröffnet, eine aktive Rolle einzunehmen. Dazu wollen wir die neuesten technischen Entwicklungen nutzbar machen. Um das erforderliche Bindeglied zwischen Unternehmen und Forschungsumfeld  zu schaffen, wurde deshalb vor gut zwei Jahren von meinem Vorgänger Christoph Graessner das Technology Center gegründet. Dies mit der klaren Absicht, wieder mehr eigenen Technologieinhalt für das Unternehmen zu bekommen», schildert Brand die Entstehungsgeschichte.

Wie ist das TC organisiert und strukturiert? «Zurzeit sind wir ein kleines Team mit drei Beschäftigten. In der Unternehmensstruktur sind wir zwei Stufen unter der Konzernleitung als selbstständige  Fachstelle eingeordnet. Dabei wollen wir einerseits möglichst nahe bei den Ingenieuren agieren und deren Sprache sprechen. Andrerseits wollen wir Themen und Tätigkeiten möglichst früh erkennen und umsetzen. Dazu ist die absolute Nähe zu den Entscheidungsträgern sehr wichtig», betont der Center-Leiter. Und dies hat bislang aus seiner Sicht sehr gut funktioniert. Eine Besonderheit prägt das TC, indem diesem ein achtköpfiges Steuerungs-Komitee vorsteht. Diesem gehören auch kritische Geister an.

Finanzierung der Projekte

«Wenn wir einen Forschungspartner gefunden haben, der ein interessantes Forschungsfeld untersucht, und haben zugleich einen internen Partner, der davon für sein Geschäftsfeld überzeugt ist, bringen wir die beiden Exponenten an einen Tisch. Dabei geht es vorerst darum, das Projekt und dessen Inhalt genau zu definieren. Als zweiten Schritt gilt es dann, die Finanzierung des Projektes sicherzustellen. Dazu ist das Know-how der Hochschulen abzuholen. In allen Fällen, wo Fragen grundsätzlicher Natur behandelt werden, kann sich die Hochschule um Fördergelder bewerben, welche der Bund im Rahmen der Energiestratege 2050 zu deren Umsetzung bereitgestellt hat. Damit können die von der BKW investierten Ressourcen wesentlich ergänzt werden», schildert Brand die jeweilige Finanzierung eines Projektes. In aller Regel besteht somit stets auch eine öffentliche Co-Finanzierung als Ausdruck davon, dass wir die Ziele der Energiestrategie unterstützen.

Der vollständige Artikel ist in der Haustech-Ausgabe 05/2015 erschienen.