Sanierung eines Technik-Denkmals

Eine Aufnahme aus dem Jahr 1955: Die Maschinenhalle mit Schaltwarte der ETH Zürich. (Photo: Bildarchiv ETH-Bibliothek Zürich)
Ben Kron /

In den 1930er-Jahren schuf Otto Salvisberg mit dem Heizkraftwerk und dem Maschinenlabor der ETH Zürich zwei wegweisende Bauten für die moderne Architektur und Gebäudetechnik. In einem auf sechs Jahre angelegten Projekt werden die denkmalgeschützten Anlagen nun sorgfältig saniert.

Das zwischen 1930 und 1932 erbaute Heizkraftwerk der ETH Zürich ist in jeder Hinsicht herausragend: Mit seinem 50 Meter hohen Kamin und dem nur wenig niedrigeren Kühlturm hebt es sich markant von seiner Umgebung ab und sollte ein modernes Gegenstück zum Turm der Universität darstellen. Mit seiner Technologie war das Kraftwerk damals zugleich eine der modernsten Anlagen seiner Art. Es versorgte die gesamte Hochschule mit warmem Brauchwasser und Heizwärme. Anfangs war Kohle der Energieträger: Diese wurde jeweils nachts in Bahnwagen angeliefert, durch den inzwischen zugeschütteten Lettentunnel, und danach durch einen Schacht zu den Brennkesseln befördert.

Mit der Zeit wurde die Steinkohle durch das effektivere Heizöl ersetzt. Im Zweiten Weltkrieg, als Erdöl Mangelware war, verbrannte man auch Holz. Zwischen 1942 und 1944 entstand an der Walche in Zürich gar eine technologisch zukunftsweisende Anlage: Mittels Wärmepumpen entnahm man dem nahen Fluss Limmat Wärme, die der ETH zugeführt wurde. Eine alternative Energiequelle, die bis heute genutzt wird. Das Heizkraftwerk selbst diente mit seinen beiden Sulzer-Kesseln vorübergehend noch als Notversorgung. Die ETH wird schon seit langem durch Fernwärme aus der Kehrichtverbrennungsanlage Aubrugg versorgt. Aktuell werden die Heizkessel rückgebaut, da man sie auch als Notfallversorgung nicht mehr braucht: Hierfür wurde die KV Aubrugg durch ein Holzheizkraftwerk verstärkt, das neben der ETH auch das Unispital mit Notwärme versorgen kann.

Obwohl nicht mehr in Betrieb, stehen die Räume des Heizkraftwerks immer noch und bleiben; ebenso die Maschinenlaborhalle aus dem Jahr 1934, die wie das Kraftwerk vom Zürcher Architekten und Dozenten Otto Rudolf Salvisberg erbaut wurde. Der 1882 in Köniz, BE, geborene Architekt gilt als einer der Wegbereiter der Moderne in der Baukunst und schuf mit der Maschinenhalle eine der ersten geschweissten Stahlkonstruktionen der Schweiz.

Teuer wegen Denkmalschutz

Sowohl die Maschinenlaborhalle wie auch das Kraftwerk müssen nun saniert werden, wie Simone Kral erläutert, die Leiterin Kommunikation beim Infrastrukturbereich Bauten der ETH Zürich. Ein heikles Unterfangen, denn der Gebäudekomplex steht im kantonalen Inventar denkmalgeschützter Objekte. Die ETH Zürich muss deshalb rund 120 Millionen Franken investieren, ohne den Ausbau des Kälterings und die Erneuerung der Zentrale Walche, und einen langen Atem haben: Umbau und Sanierung werden bis 2020 dauern, da sie bei laufendem Betrieb erfolgen müssen. Zudem musste man bei den Massnahmen denkmalpflegerische Aspekte mit den Notwendigkeiten des Brandschutzes, des Wärmeschutzes und der Gebrauchstauglichkeit in Einklang bringen.

Der vollständige Artikel ist in der Haustech-Ausgabe 1-2/2015 erschienen.