Neubau als klare Positionierung

(Foto: Insomnia GmbH)
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Insomnia GmbH/red. /

Wenn Architekten für sich selbst bauen, dann birgt das gewisse Risiken. Die Inhaber eines Architekturbüros aus dem Kanton St.Gallen haben sich diesen gestellt und ein Projekt realisiert, das durch sein Konzept, seine Formsprache und durch ausgefeilte Details für Spannung im Raum sorgt.

Ein neuer Name. Ein neuer Standort. Die beiden Architekten Christoph Göldi und Jürg Tobler kreierten ihrem Unternehmen 2017 gleich in zweierlei Hinsicht einen neuen Auftritt. So wurde die «göldi+eggenberger ag» im Mai in «göldipartnerarchitekten ag» umfirmiert, und Anfang Juni schloss das Unternehmen seine Türen am langjährigen Domizil im Zentrum von Altstätten und zog in den neuen Baukörper an der Bahnhofstrasse 69 – unmittelbar neben dem Bahnhofgebäude – ein. Im Gegensatz zur alten Liegenschaft bildet dieser einen klaren Blickfang und macht die Positionierung des Architekturbüros wirkungsvoll ersichtlich. «Als Architekt ist es einfacher, sich in einem bestehenden Gebäude zu verstecken, statt durch einen eigens für sich erstellten Komplex gewissermassen ein Bekenntnis abzugeben», gesteht Christoph Göldi.

Kein typischer Bürokomplex

So ist das Endergebnis denn auch keine typische Büroumgebung geworden, in der jeder einzelne Quadratmeter möglichst produktiv genutzt werden muss. Vielmehr wurde eine spannende Atmosphäre geschaffen, in der ebenso eine Galerie oder eine Privatwohnung beheimatet sein könnten. Ein Beleg dafür ist ein zweites Gebäude gleich nebenan. Von der Formsprache ähnlich und in der Farbgebung komplementär, sind dort mehrere Lofts untergebracht.

Die ungewöhnlichen Dimensionen des Neubaus von rund 6,5 Metern Breite und 32,5 Metern Länge ergaben sich durch die optimale Ausnützung der Baufläche und stellten aufgrund grosser Spannweiten sowie der riesigen Fensterfronten bei der Umsetzung hohe Ansprüche an das ausführende Ingenieurbüro. Denn natürlich wurden der Einfachheit halber im Innenteil nicht einfach mehrere Stützen eingeplant, sondern grosser Wert auf die ästhetische Raumwirkung gelegt.

Der Baum im Obergeschoss

Der Innenhof mit Baum ist ein solch ästhetisches Highlight. Der Baum wurde nämlich nicht etwa im Erdgeschoss angelegt, sondern im ersten Obergeschoss. Auf allen vier Seiten mit Glas umfasst, führt er durch zwei Etagen und sorgt durch das aus der Dachöffnung hereinfallende Licht für eine besondere Stimmung.

Die Architekten legten jedoch nicht nur Wert auf lichtdurchflutete Räume und stimmungsvolle Architektur, sondern auch auf Funktionalität. So reguliert sich das Gebäude temperaturmässig aufgrund der Materialien – Wände und Böden sind aus Beton, Möbel aus Nussbaum – praktisch von selbst. Ebenfalls ist es bis zum zweiten Obergeschoss mit einem Lift erschlossen. Über eine Treppe erreicht man das oberste Geschoss mit der grossen Dachterrasse.

«Man baut für sich selbst»

Mit dem Neubau hat sich das Unternehmen selbst ein optimales Referenzobjekt geschaffen und dazu ausschliesslich mit Partnern aus der Region und schweizerischen Produkten gearbeitet. «Klar, allen wird das Endergebnis nicht gefallen», gesteht Göldi, «aber letztlich baut man sowohl als Unternehmen, als auch als Privatperson für sich selbst. Das Projekt soll natürlich aufzeigen, was heute alles möglich und wie wertvoll deshalb eine ausgereifte Detailplanung
ist.» Dass dies bestens gelungen ist, bestätigten bereits etliche Besucher, die beim Rundgang und beim Anblick der verschiedenen Ausführungen die Lust überkam, selbst ein Bauprojekt zu realisieren.