Nah am Wasser

(Photo: Peter Frommenwiler)
Simon Eberhard /

Wenn Sie sich – wie ich – ein wenig für Radsport interessieren, erinnern Sie sich vermutlich an die spektakuläre Tour-de-France-Bergetappe vom vergangenen Juli, die in engen Kehren bis zur Staumauer des Lac d’Emosson hinaufführte und den TV-Zuschauern weltweit atemberaubende Landschaftsbilder aus den Walliser Alpen in die Stube lieferte.

Was die Sportfans dabei wohl eher marginal interessierte: An ebendiesem Lac d’Emosson ist derzeit ein milliardenteures Ausbauprojekt im Gange. Bis 2018 entsteht dort nämlich das Pumpspeicherwerk Nant de Drance. Bereits dieses Jahr teilweise in Betrieb gegangen ist das ähnlich dimensionierte Projekt Linth-Limmern im Kanton Glarus. Die vergrösserte Stromproduktionsmenge der beiden neuen Kraftwerke benötigt auch eine entsprechende Netzinfrastruktur, wie Sie im Bericht von Curt Mayer lesen können.

Ob die beiden Werke dereinst rentieren werden, bleibt derweil ungewiss. Denn die Schweizer Wasserkraft kämpft derzeit mit argen wirtschaftlichen Problemen. Wir haben Roger Pfammatter, Geschäftsführer des Wasserwirtschaftsverbands, gefragt, wie er die Perspektiven für die wichtigste Schweizer Stromproduktionstechnologie einschätzt. Seine Antworten lesen Sie in unserem Monatsinterview.

Doch nicht nur für die Schweizer Stromproduktion ist das Wasser unverzichtbar. Bekanntlich ist es auch das wichtigste Grundnahrungsmittel. Paolo D’Avino wirft in seinem Bericht einen Blick hinter die Kulissen der Schweizer Trinkwasserversorgung. Er zeigt, wer dafür verantwortlich ist, dass das hiesige Leitungswasser in jeden Haushalt geliefert wird – und dies in so hervorragender Qualität, dass sich auch die Profi- und Hobbysportler während ihres schweisstreibenden Aufstiegs zum Lac d’Emosson bedenkenlos einen kräftigen Schluck davon gönnen könnten.