Lichterlebnis

Das Konzept der Stadt Luzern sieht eine Optimierung der Leuchtmittel und Armaturen vor, wie hier bei der Kapellbrücke. (Photo: IG Inszenierung Kapellbrücke/Wasserturm)
Curt Mayer /

Die Beleuchtung von öffentlichen Gebäuden sowie Strassen und Brücken hat ganz unterschiedliche Bedürfnisse zu erfüllen. Diese reichen von einer ansprechenden Innen­stadt­beleuchtung bis zur verbesserten Verkehrs­sicherheit für Fussgänger. Vor allem geht es aber auch um die optimierte Energie­nutzung.

Veränderte Lebensgewohnheiten der Stadtbewohner verlangen nach einem veränderten urbanen Nachtbild mit einem attraktiven Erscheinungsdesign. Da vielerorts eine qualitativ hochwertige Innenstadtbeleuchtung fehlt und ein ökologisch fragwürdiges Konglomerat von beleuchteten Einzelobjekten und stromfressenden Strassenbeleuchtungen herrscht, werden vermehrt nachhaltige Projekte nach einem «Plan Lumière» umgesetzt. Dabei gilt es auch, der zunehmenden Lichtverschmutzung Einhalt zu gebieten.

Luzern als leuchtendes Beispiel

Erste Beleuchtungsmassnahmen in Städten haben ihre Spuren bereits im vorletzten Jahrhundert hinterlassen, was Luzern den Beinamen Leuchtenstadt gegeben hat. Dieser geht auf die europaweit erste elektrische Beleuchtung von Hotels und Sehenswürdigkeiten im Jahre 1885 zurück. Bereits seit einigen Jahren wird nach dem Konzept Plan Lumière bei der öffentlichen Beleuchtung das Lichterlebnis in den Innenstädten verstärkt. Dazu werden optimierte Leuchtenoptiken und Leuchtenplatzierungen objektbezogen eingesetzt. Bei den angewandten Gestaltungsgrundsätzen zählt der in der Stadt Luzern umgesetzte Plan Lumière die Schaffung eines harmonischen Gesamtbildes auf, ebenso wie Verbesserung der Orientierungsfähigkeit, Gewährleistung von Sicherheit, Reduktion des Energieverbrauchs und damit Erhöhung der Wirtschaftlichkeit. Auf technischem Gebiet geht es um den Austausch veralteter Beleuchtungsanlagen, das Prüfen neuer Technologien, die Optimierung bestehender Beleuchtung und Reduzierung des Lichteinsatzes von überinszenierten Bereichen.

Dazu plant die Stadt Luzern für die Beleuchtung der Gassen und Plätze in der Altstadt sowie für die Illuminierung der Sehenswürdigkeiten ein dynamisches Zeitmanagement mit reduzierten Nachtschaltungen. Konkret geht es für Gassen und Plätze darum, mit warmweissem Licht eine sehr gute Farbwiedergabe, niedrige bzw. höhere Lichtpunkte zu erreichen und die Atmosphäre durch gleichmässigeres Licht zu beleben. Für Quartierstrassen werden eine gelblich-weisse Lichtfarbe, gute Farbwiedergabe und hohe Lichtpunkte angestrebt. Bei Zufahrtsstrassen stehen orange Lichtfarben mit geringer Farbwiedergabe und anonymer Atmosphäre im Vordergrund.   

Um dies zu erreichen, werden nach dem Konzept des Luzerner Plan Lumière im Quartier- und Hauptstrassenbereich bei der bestehenden Beleuchtung Armaturen und Leuchtmittel optimiert und überhöhte Leuchtdichten korrigiert. Dazu werden verbesserte Leuchtenoptiken und energiesparende Leuchtmittel zur Reduktion des Energieverbrauchs eingesetzt. Energie­effizienz lässt sich auch bei der Anstrahlung öffentlicher Gebäude und Objekte erreichen: Hier geht es um die Korrektur der extrem hohen Leuchtdichten mittels Leuchtenoptiken (Reflektoren) und Leuchtmittel hinsichtlich des Energieverbrauchs. Damit kann auch den Forderungen hinsichtlich der «Dark-Sky»-Bemühungen entsprochen werden.

Dank den in Luzern umgesetzten Massnahmen kann innerhalb des Einsatzgebietes des Plan Lumière bei der öffentlichen Beleuchtung eine Energieeinsparung von rund 15 Prozent erwartet werden, heisst es im Plan Lumière Luzern. Die höchsten Einsparungen sehen die Lichtplaner bei der Umstellung der intensiv hohen Anstrahlungen von öffentlichen Objekten auf sinnvolle Beleuchtungsstärken und die Umstellung von Halogen-Hochvolt-Leuchtmittel auf energieeffizientere Halogen-Metalldampf-Leuchtmittel. Eine Zunahme des Energieverbrauchs wird durch die Neuanstrahlung öffentlicher Objekte erwartet, dem durch die Ausarbeitung überlegter Beleuchtungskonzepte mit optimierten Beleuchtungsstärken entgegengewirkt wird. Bei der Realisierung des Plan Lumière setzt man in Luzern auch auf die kooperative Mitarbeit Privater. Dabei geht es bei Neu- und Umbauten darum, eine Optimierung der Schaufensterbeleuchtungen sowie privater Anstrahlungen zu erreichen. So sollen zur Ergänzung der Bauzonenregelung die Grenzwerte zukünftiger Beleuchtungen definiert werden.

Stimmungsvoller durch Zürcher Nächte

In der Stadt Zürich, wo rund 41 000 Stras­senleuchten in der Nacht das Sicherheitsgefühl erhöhen und die Orientierung verbessern, trägt der Plan Lumière seit mehr als zehn Jahren zur stimmungsvolleren Ambiance bei. Die öffentliche Beleuchtung erfüllt hier die unterschiedlichsten Aufgaben. Für Projektierung, Bau, Betrieb und Unterhalt von Beleuchtungsanlagen im öffentlichen Bereich des Stadtgebietes ist das ewz zuständig und optimiert die Beleuchtungstechnologie stetig, um Energie zu sparen sowie um Lichtemissionen zu senken.

Der vollständige Artikel ist in der Haustech-Ausgabe 05/2015 erschienen.