Latente Verlustquellen sichtbar machen

Martin Hofer, Geschäftsführer Wattelse, rechts und Mijo Dujak, Leiter Technik des Roche-Ausbildungszentrums. (Photo: Bruno Caflisch)
Benedikt Vogel /

Der Energiemarkt und die Energieversorgung sind im Umbruch. Das schafft Raum für innovative Geschäftsideen. Das Start-up Wattelse hat eine Software entwickelt, mit der sich der Energieverbrauch automatisierter Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlagen in Grossgebäuden reduzieren lässt.

Der Pharmakonzern Roche betreibt in Buonas im Kanton Zug ein Ausbildungs- und Kongresszentrum, das Roche Forum Buonas. Das 2002 erstellte Gebäude ist mit automatisierter Gebäudetechnik für Heizung, Klima und Lüftung ausgerüstet, die in einem Raumvolumen von 45 000 m3 für die gewünschte Temperatur und ein angenehmes Klima sorgt. Als die Betreiber des Roche Forum Buonas ihr Gebäude einer Energieanalyse unterziehen wollten, zogen sie Martin Hofer bei. Der Geschäftsführer der Firma Wattelse durchleuchtete das Verhalten der Gebäudetechnik mit einer Spezialsoftware und schlug Optimierungsmassnahmen vor. Das war im Jahr 2013. Zwei Jahre später tragen die Vorschläge Früchte: Der Energieverbrauch für Heizwärme konnte um gut 20 Prozent reduziert werden.

Der Hotelbetrieb braucht heute zudem 170 000 kWh weniger Strom, was dem Jahresverbrauch von 26 Einfamilienhäusern mit Elektroboiler entspricht. «Schuld an den Verlusten sind weder die Facility Manager noch die installierte Technik. Vielmehr bringt unsere Software Monalyse verborgene Verlustquellen ans Licht, die im Betrieb bis anhin unbemerkt blieben», sagt Martin Hofer. So wurden die Räume beispielsweise im Hochsommer in der Nacht durch die Lüftung so stark he­runtergekühlt, dass sie am Morgen sogar geheizt werden mussten – energetisch gesehen ein Fehlgriff. Überhaupt ist die übermässige Belüftung von Räumen eine wichtige Verlustquelle in Grossbauten. «Im Winter muss die überschüssige Luft nicht nur geheizt, sondern auch noch befeuchtet werden, im Sommer wird diese mit Extraaufwand gekühlt. Das verursacht unnötige Kosten und Anlagenverschleiss, und es kann den Raumkomfort beeinträchtigen», so Hofer.

Monitoring und Analyse

Martin Hofer  ist Elektroingenieur für Regelungstechnik und befasste sich früher beim Zuger Messtechnikkonzern Landis+Gyr mit der Datenerfassung von Smart Metern in Haushalten. 2012 gründete er die Wattelse GmbH. Unterstützt durch Software-Programmierer der Younitec AG hat er die Monitoring- und Analysesoftware Monalyse entwickelt, mit der er den versteckten Verlusten von Gebäudeautomatisierungsanlagen auf die Schliche kommt. Im Gegensatz zur klassischen Betriebsoptimierung fokussiert Monalyse nicht auf einzelne Verbraucher, sondern erfasst diese mit einem ganzheitlichen Blick unter Einbezug saisonaler Zusammenhänge.

Der vollständige Artikel ist in der Haustech-Ausgabe 05/2015 erschienen.