Haustech 3/2017

Es werde LED

Nach einer öffentlichen Ausschreibung und sorgfältigen Evaluation entschied sich Ikea Schweiz auf sämtlichen Parkflächen der neun Schweizer Standorte auf LED umzurüsten. (Foto: zVg)
Hohe Fertigungsqualität: Die Produkte von German Led Tech werden in der Schweiz und Deutschland hergestellt. Die Elektronik besteht zu 100 Prozent aus SMD-Komponenten und wird in modernsten Fertigungsanlagen vollständig automatisiert gefertigt. (Bild: zVg)
Hohe Fertigungsqualität: Die Produkte von German Led Tech werden in der Schweiz und Deutschland hergestellt. Die Elektronik besteht zu 100 Prozent aus SMD-Komponenten und wird in modernsten Fertigungsanlagen vollständig automatisiert gefertigt. (Bild: zVg)
Hohe Fertigungsqualität: Die Produkte von German Led Tech werden in der Schweiz und Deutschland hergestellt. Die Elektronik besteht zu 100 Prozent aus SMD-Komponenten und wird in modernsten Fertigungsanlagen vollständig automatisiert gefertigt. (Bild: zVg)
Hohe Fertigungsqualität: Die Produkte von German Led Tech werden in der Schweiz und Deutschland hergestellt. Die Elektronik besteht zu 100 Prozent aus SMD-Komponenten und wird in modernsten Fertigungsanlagen vollständig automatisiert gefertigt. (Bild: zVg)
Hohe Fertigungsqualität: Die Produkte von German Led Tech werden in der Schweiz und Deutschland hergestellt. Die Elektronik besteht zu 100 Prozent aus SMD-Komponenten und wird in modernsten Fertigungsanlagen vollständig automatisiert gefertigt. (Bild: zVg)
Der Einsatz von LED lohnt sich. An der Furttalstrasse in Zürich ist nach einem Jahr eine Energieeinsparung von 61 Prozent erreicht worden. (Bild: zVg)
Paolo D'Avino /

LED-Leuchtmittel sind in gewerblichen Betrieben wie auch im öffentlichen Raum im Kommen. Wer umweltfreundlich und energieeffizient denkt, sollte auf LED-Technologie umsatteln. So sehen es Stefan Svanberg und Christoph Girsperger.

Die Zukunft im Leuchtmittelmarkt hat begonnen. Zumindest in der Umwelt Arena in Spreitenbach, wo die künftige energetische Realität für das Publikum erlebbar wird und wo den Besuchern an verschiedenen Stationen Anschauungsunterricht in Sachen Energieeffizienz geboten wird. Dort lernt Jung und Alt, dass man bereits 100 Franken einsparen kann, wenn fünf Halogenlampen durch eine LED-Lampe ersetzt werden.

Eine Erkenntnis, die sich in der Industrie und im Gewerbe so noch nicht richtig durchgesetzt habe, sagt Stefan Svanberg. Der Geschäftsführer von German LED Tech (GLT) meint, dass die Wirklichkeit eine andere ist. Er macht seinem Ärger Luft. «Die Dimensionen sind gewaltig», meint Svanberg und nimmt die Zahlen auf, die das Bundesamt für Energie (BFE) in einer gross angelegten Studie zum Lichtmarkt Schweiz ermittelt hat.

«70 bis 80 Prozent des Lichts werden in der Schweiz durch Niederdruckentladungslampen erzeugt», sogenannte FL-Leuchstoffröhren, oder wie Svanberg ergänzt, Neonröhren im Volksmund. Davon seien 2014 in der Schweiz rund 7,6 Mio. Stück verkauft worden, was einem Anteil von rund einem Fünftel des gesamten Leuchtmittelmarktes entspricht. «Kompletter Wahnsinn!» und keine nachhaltige Lösung für den Geschäftsführer. «Obwohl diese Neonröhren hochtoxisch sind, und in der EU seit 1991 der Einsatz von Quecksilber verboten ist, konnten die Leuchtmittelhersteller eine Ausnahmebewilligung erwirken», betont Svanberg, der in seiner Berufskarriere nicht das erste Mal Erfahrungen mit dem Material macht.

Einfache Umstellung

«In meiner früheren Tätigkeit in der chemischen Industrie, wo wir Adsorber und Aktivkohlefilter auf Mülldeponien einsetzten, stellten wir steigende Mengen an Quecksilber fest. Wir fanden heraus, dass die nicht fachgerechte Entsorgung von Energiesparlampen und Neonröhren die hohen Mengen verursachten.» Das brachte ihn auf die Idee, auf eine neue  Technologie zu setzen, die nach und nach aufkam. Mit seinen Erfahrungen aus der Automobilindustrie begann er an einer ersten LED-Röhre zu tüfteln und entwickelte gemeinsam mit anderen Ingenieuren 2011 den ersten Prototyp der GLT Tube. Die Gründung der GLT Rent AG in der Schweiz und die German LED Tech GmbH in Deutschland folgte und seit 2012 werden GLT Tubes in der Schweiz und in Deutschland produziert.

Der Austausch von Neonröhrenin einem Gewerbebetrieb sei ganz einfach. Bei Armaturen mit einem konventionellen Vorschaltgerät brauche man nur den Starter durch einen Dummy zu ersetzen. «Danach ist die LED-Leuchtröhre montiert. Bei Armaturen mit einem elektronischen Vorschaltgerät muss ein Fachmann ran. Die GLT Tube lohnt sich überall dort, wo bisher Leuchtstoffröhren verwendet wurden», sagt der Quereinsteiger.

So stammen die Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen. Allen gemeinsam ist der Wunsch nach Energie- und Kosteneffizienz und das Engagement für eine saubere Umwelt. Auch führende Handelsketten wie Ikea Schweiz haben auf LED umgestellt. «An sämtlichen neun Schweizer Standorten wurde die Umrüstung innert kürzester Zeit durch unseren Partner Bilfinger durchgeführt. Die vorhandenen Leuchtstoffröhren der Modelle T8 und T5 liessen sich problemlos austauschen.» Beim Umstieg profitieren die Unternehmen auch im Portemonnaie. Ikea Schweiz  beispielsweise, die sich nach einer öffentlichen Ausschreibung und einer sorgfältigen Evaluation für den Umstieg auf GLT Tubes entschied, spart bis zu 80 Prozent Strom.

Höhere Lebensdauer

Gemäss der Studie des BFE sind FL-Leuchtröhren weit verbreitet und werden vor allem im professionellen Bereich eingesetzt, wo viele Brennstunden pro Tag anfallen. «8760 Stunden im Jahr sind im Gewerbe oder in der Industrie keine Seltenheit», meint auch Svanberg. Genau dort setzt er mit seiner LED-Leuchtröhre an. Mit dem Wechsel von Neonröhren zu seiner
GLT Tube verlängere er den Wartungszyklus. «Herkömmliche Leuchtstoffröhren müssen nach einem Jahr ausgewechselt werden», betont Svanberg. Seine LED-Leuchtröhre sei in einzelnen Betrieben seit fünf Jahren im Einsatz, ohne dass sie ausgewechselt werden musste.

«Wir arbeiten mit hochqualitativen Keramikkondensatoren und das Lichtspektrum entspricht weitgehend dem Tageslicht.» Farben würden natürlich wiedergegeben und der Lichtstrom ist ohne Flimmern oder Flackern stabil. Ein weiterer Vorteil der LED-Technologie, die für eine Umstellung spricht, ist der Wegfall von schädlichem UV-Licht. «Haut und Augen werden geschont.» Zudem sei die GLT Tube bruchsicher und frei von Schadstoffen wie zum Beispiel Quecksilber.

Somit halten beispielsweise Lebensmittel länger und können normgerecht beleuchtet werden. Gemäss BFE liegt der Anteil an LED-Leuchtmitteln, die der obersten Energieklasse zugeordnet sind, erst bei bescheidenen elf Prozent, was wohl auf die immer noch deutlich höheren Preise zurückzuführen ist. Der Verbraucher soll unbedingt eine LCC-Analyse, Lifetime-Cost-Calculation, in Betracht ziehen, bevor er sich für ein LED-Produkt entscheidet, meint Svanberg. Die Dimensionen seien gewaltig, das Einsparpotenzial gross, in einem Markt, dessen Verkaufspotenzial das BFE auf rund 38 Mio. Leuchmittel und einen Verbrauch von 720 GWh pro Jahr schätzt.

Offensive im öffentlichen Raum

Bis Mitte des 18. Jahrhunderts waren die Strassen nachts noch unbeleuchtet. Erst 1750 führten die ersten Städte wie Genf und Bern eine Strassenbeleuchtung ein. Doch heute sind viele Strassen und Plätze in Schweizer Gemeinden hoffnungslos überleuchtet. Das beeinflusst die Aktivitäten von Menschen, Tieren und Pflanzen. Um 1900 bestand die elektrische Beleuchtung noch aus Glüh- und Bogenlampen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts kamen verschiedene Lampen zum Einsatz, die gegenüber ihren Vorgängern jeweils Vorteile hatten: die Natriumdampf-Niederdrucklampe, die Quecksilberdampflampe, die Natriumdampf-Hochdrucklampe und die Halogen-Metalldampflampe.

Derzeit setzen viele Gemeinden vor allem auf LED. Die Umrüstung läuft auf Hochtouren. Zum Beispiel in der Stadt Zürich, in der gemäss Christoph Girsperger heute rund zwölf Prozent der Strassenbeleuchtung auf LED umgerüstet worden ist. «Ein bewusster Entscheid der Stadt», sagt der Leiter Öffentliche Beleuchtung beim Elektrizitätswerk der Stadt Zürich. EWZ setze sich für eine umweltbewusste, nachhaltige und bedürfnisgerechte öffentliche Beleuchtung ein, wobei die Anforderungen an die Verkehrs- und Personensicherheit in Bezug auf Helligkeit sowie an die Energieeffizienz ebenfalls berücksichtigt werden müsse, ergänzt Girsperger.

Aus diesem Grunde werden bei Neuanlagen und Erneuerungen grundsätzlich LED-Leuchten eingesetzt, die im Zuge der üblichen Wartungs- und Revisionsarbeiten bewerkstelligt  werden. Dabei priorisiere man die Hauptstrassen. «An den Hauptachsen sind Leuchten mit grossen Leistungen im Einsatz», sagt Girsperger und es verstehe sich von selbst, dass dort die Energieeinsparungen am effektivsten seien. Wie gross diese sein können, haben die EWZ in zwei Pilotprojekten an zwei Strassenabschnitten im November 2014 ausgetestet und gemessen.

«Die Steuerungen haben sich bewährt. An der Furttalstrasse erreichten wir nach einem Jahr eine Energieeinsparung von 61 Prozent, an der Schwandenholzstrasse, welche eine wenig befahrene Zufahrtsstrasse ist, sogar 90 Prozent gegenüber der früheren Beleuchtung ohne LED und ohne Steuerung.» Die Technologie der Leuchten-Steuerungen wird laufend weiterentwickelt. So beobachtet EWZ den Markt und teste weitere Produkte. «Eine weitere Pilotanlage wird im nächsten Frühling auf der Duttweilerbrücke in Betrieb genommen.»

Zähler rechnet mit

Die LED-Leuchten haben gegenüber anderen Lampentechnologien in den Bereichen Effizienz, Lebensdauer und Funktionalität viele Vorteile. Die alten Leuchten haben eine viel kürzere Lebensdauer, das Licht ist nicht gerichtet und durch den Streuverlust entstehen mehr Lichtemissionen und Energieverbrauch. Zudem sei auch der Preis kein Grund mehr, sich gegen LED zu entscheiden, sagt Girsperger. «Die Preise sind heute gleich wie die
der herkömmlichen Leuchten LED.»

LED wird sich weiterentwickeln – es lohnt sich daher für Betreiber von Anlagen, auf Innovationen zu achten – in der Lichttechnik, in der Steuerung und der Regelung von Strassenbeleuchtungen. Von den ökologischen und kostenmässigen Vorteilen von LED-Leuchten ist auch Svanberg überzeugt. «Unsere LED-Leuchte reduziert die Stromkosten markant und durch die um ein vielfaches längere Lebensdauer fallen teure Instandhaltungskosten weg.»

Die Lichtzukunft hat sowohl für die Stadt Zürich als auch für Svanberg angefangen. Um die nachhaltigen Vorteile der LED gegenüber der herkömmlichen Lichtquellen zeitnah zu  dokumentieren, rechnet das Unternehmen von Svanberg auf ihrer Website vor, wie viel Ikea Schweiz in einem Jahr an Kilowattstunden Strom eingespart hat. Der Zähler zeigt im  Dezember 2016 eine Einsparung von rund 2,4 Mio kWh an, was mit einem Strompreis von 0,17 Euro pro kWh umgerechnet, einen Betrag von 420 000 Schweizer Franken ergibt.