Die Neugier bewahren

(Photo: Peter Frommenwiler)
Simon Eberhard /

Ein bisschen mulmig war mir schon zumute, als ich nach Abschluss meines Studiums eine Stelle antrat in der Kommunikationsabteilung eines grossen Technologieunternehmens. Als Geisteswissenschaftler musste ich mich mit Themen auseinandersetzen, die ich höchstens ansatzweise verstand. Damals lernte ich eine wichtige Lektion für meinen Beruf: Es ist nicht wichtig, jedes kleinste Detail zu verstehen, aber es ist unerlässlich, neugierig zu sein und Fragen zu stellen – selbst wenn mich diese Fragen als Laien entlarven. Nur dadurch war es mir möglich, die teilweise hochkomplexen Inhalte dermassen zu reduzieren, damit sie auch für ein Publikum lesenswert sind, das sich nicht täglich mit der Materie beschäftigt.

Diese Balance zwischen Komplexität und Einfachheit zu finden, erforderte nicht selten ein gehöriges Mass an Fingerspitzengefühl. Dieses Fingerspitzengefühl benötige ich auch heute noch, genau zehn Jahre später. Vieles hat sich gewandelt seither, der  technologische Fortschritt nimmt immer schnellere Schritte, doch die Herausforderung ist für mich dieselbe geblieben. Als neuer Chefredaktor des Haustech möchte ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ein interessantes, kurzweiliges und manchmal auch überraschendes Leseerlebnis bieten und dabei gleichzeitig auch die fachliche Tiefe gewährleisten, die Sie erwarten. Meiner Vorgängerin Monika Schläppi verdanke ich, dass ich hierbei nicht ganz bei Null beginnen muss. Während der Jahre unter ihrer Leitung hat sie die Zeitschrift geprägt und als unverzichtbare Branchenpublikation etabliert, die im nächsten Jahr bereits ihr 30. Jubiläum feiern darf. Ich freue mich darauf, ihr Erbe weiterzuführen. Meine «laienhafte» Neugier wird mich dabei weiterhin begleiten.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre!