Anwendungsnahe Forschung als Auftrag

In der Prüfstelle Gebäudetechnik werden wärme- und strömungstechnische Messungen durchgeführt. (Photo: Peter Frommenwiler)
Oskar E. Aeberli /

Die Erforschung, Entwicklung und Zertifizierung energieeffizienter Gebäude sind seit jeher Kernaufgaben des Zentrums für Integrale Gebäudetechnik (ZIG). Aber auch neue Themen werden aufgegriffen: so die Energieversorgung von Quartieren und Arealen oder Fragen zu Gesundheit und Hygiene im Zusammenhang mit Gebäudetechnik.

Zu Beginn der Jahrtausendwende  wurde das Zentrum für Interdisziplinäre Gebäudetechnik an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur mit dem Ziel gegründet, Disziplinen übergreifende Aktivitäten in den Bereichen Architektur, Bautechnik und Gebäudetechnik in einem Zentrum zusammenzufassen. 2005 wurde der Architekturteil abgespalten und dafür die Prüfstelle Gebäudetechnik integriert, weshalb es seither Zentrum für Integrale Gebäudetechnik, kurz ZIG, heisst. «Damit verlagerte sich der Fokus zwar stärker auf Gebäudetechnik-Themen – geblieben ist aber die Eigenschaft, dass sich die Projekte des ZIG sehr oft an der Schnittstelle zwischen den klassischen Ingenieur-Disziplinen und der Architektur bewegen», schildert Urs-Peter Menti, seit 2008 Leiter des ZIG, die Entstehungsgeschichte.

Forschung neu strukturiert

Weil das ZIG in den letzten Jahren von gut 20 auf gegen 50 Mitarbeitende kontinuierlich angewachsen ist, war eine Umstrukturierung über kurz oder lang unumgänglich. Diese wurde per 1. Januar 2015, zusammen mit der Fokussierung der bisherigen Forschungsthemen und der Integration neuer Themenfelder, umgesetzt. Neu besteht das ZIG aus sechs Forschungsgruppen: Die «Prüfstelle Gebäudetechnik» beinhaltet alle Tätigkeiten, die mit Feld- oder Labormessungen zu tun haben. Alles was mit Simulationen, Energiekonzepten und Komfortbewertungen zu tun hat, ist in der Gruppe «Komfort und Energie» abgebildet. Die Gruppe «Qualität in Planung und Bau» beschäftigt sich heute noch primär mit der Zertifizierung von MinergieStandards und mit Arbeiten im Umfeld der SIA Normen, soll sich aber in Zukunft vermehrt auch anderen Fragen zum Thema Qualitätssicherung und Gutachten annehmen. Noch im Wachstum begriffen ist die Gruppe «Nachhaltiges Bauen und Erneuerung» – hier sollen primär aus Sicht Gebäudetechnik neue Konzepte, Methoden oder Komponenten für die energetische Erneuerung des Gebäudeparks Schweiz entwickelt werden. Grosses Potenzial wird beim Thema «Gesundheit und Hygiene» gesehen, in welchem man sich primär mit Fragen zur hygienisch einwandfreien Luft- und Wasserversorgung im Gebäude beschäftigt. Bereits sehr schnell gewachsen ist die Gruppe «Energieversorgung für Quartiere und Areale», nicht zuletzt auch im Zusammenhang mit den Arbeiten im Rahmen des SCCER FEEB&D (Swiss Competence Center for Energy Research: Future Energy Efficient Buildings & Districts).

Alle Gruppen werden von wissenschaftlichen Mitarbeitenden oder von Dozierenden, die in der Forschung tätig sind, geleitet. «Mit diesen sechs Gruppen sind wir überzeugt, einen gesunden Mix zwischen traditionellen Tätigkeiten und neuen Themenbereichen gefunden zu haben», kommentiert Menti die neue Struktur.

Traditionelle Tätigkeiten im Umbruch

Messungen und Prüfungen an der akkreditierten Prüfstelle Gebäudetechnik, die Zertifizierung verschiedener Minergie-Standards oder die Durchführung von Simulationsrechnungen (thermische Gebäudesimulationen, Luftströmungssimulationen CFD usw.) sind traditionelle Tätigkeiten des ZIG. «Aber gerade diese traditionellen Tätigkeiten sind zurzeit in einem Umbruch», betont Menti. In der Prüfstelle hat man in den letzten Jahren primär die bestehende Infrastruktur modernisiert und automatisiert. Jetzt sind aber auch neue Prüfstände in Planung: Mit dem neuen NODES-Lab möchte man im Labor eine thermische Arealvernetzung abbilden und so neben Feldversuchen auch mit Laborexperimenten solche Systeme besser verstehen und weiter optimieren. Geplant ist auch der Bau eines Prüfstandes mit dem Namen LORA (Lüftung, Operationssaal, Reinraum, Automation), der den heutigen Operationssaal-Prüfstand ersetzen wird, und mehr Möglichkeiten, zum Beispiel einen Schleusenbetrieb, bietet. Daneben laufen konkrete Verhandlungen mit Siemens über ein gemeinsames Klimalabor in Zug.

Der vollständige Artikel ist in der Haustech-Ausgabe 3/2015 erschienen.