66'000 Blitzeinschläge seit Anfang Jahr

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Von Jahresbeginn bis Anfang August 2017 hat der Blitz-Informationsdienst von Siemens (BLIDS) in der Schweiz rund 66'000 Erdblitze registriert. Mit 12,26 Blitzen pro km² lag die grösste Dichte in der Tessiner Ortschaft Semione. In der Deutschschweiz verzeichnete die im Kanton Appenzell Innerrhoden gelegene Ortschaft Schwende mit 7,79 Blitzen pro km² den höchsten Wert.

BLIDS, der Blitz-Informationsdienst von Siemens, nutzt zur Erfassung von Blitzen rund 160 verbundene Messstationen in Europa und betreut das Messnetz in der Schweiz, Deutschland, Grossbritannien, Benelux, Tschechien, der Slowakei und Ungarn. Die meisten Blitzeinschläge vom 1. Januar bis und mit 1. August 2017, bezogen auf die Flächengrösse, gab es in Semione. Das BLIDS-System registrierte hier 12,26 Blitze pro km². Blitzreichste Ortschaft in der Deutschschweiz ist Schwende im Kanton Appenzell Innerrhoden mit 7,79 Blitzen pro km².

In über 200 Schweizer Ortschaften hingegen wurden gar keine Blitzeinschläge registriert. Betrachtet man die absoluten Zahlen auf Kantonsebene, so verzeichnete der Kanton Graubünden mit 9360 Erdblitzen am meisten Einschläge, gefolgt vom Kanton Tessin (9322) und dem Kanton Bern (9105). Im Kanton Basel-Stadt blitzte es in derselben Zeitspanne nur gerade 34 Mal. Zum Vergleich: Alleine im Tessiner Ort Blenio gab es in sieben Monaten 889 Blitzeinschläge, in Schwende 446.

Ermittlung auf 100 Meter genau

Die hohe Genauigkeit von BLIDS basiert auf dem Time-of-Arrival (TOA)-Prinzip. Aus der Differenz der in den Empfängern aufgezeichneten Zeiten wird der Blitzort berechnet. «Während es früher bis zu 30 Sekunden gedauert hat, bis Informationen zu einem Blitzeinschlag im System abrufbar waren, dauert es heute nur noch zehn», erklärt Stephan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdiensts bei Siemens. «Heute können wir rund die Hälfte der Blitze auf besser als 100 Meter genau bestimmen.»

Neben der genauen Lokalisierung ermöglicht es diese Mess- und Berechnungsmethode, auch die Polarität und Stromstärke sowie Teilblitze innerhalb eines Gesamtblitzes zu erkennen. Je präziser und schneller die Daten sind, umso höher der Schutz für Menschen, Industrieanlagen und Infrastruktur. Genutzt wird BLIDS unter anderem von Wetterdiensten, Versicherungen sowie Industrie- und Elektrizitätsunternehmen. Dank MindSphere, dem cloudbasierten, offenen Betriebssystem für das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) von Siemens sind die Blitzdaten für Kunden auch auf PCs und Mobilgeräten verfügbar.

So funktioniert das BLIDS-System

Jeder Blitz sendet ein elektromagnetisches Signal, respektive elektromagnetische Wellen aus. Diese Informationen werden mit Antennen registriert und in der BLIDS-Zentrale von Siemens in Karlsruhe analysiert. Die Antennen sind so aufgebaut, dass sie erkennen können, aus welcher Richtung das Signal kommt. In Kombination mit den Informationen weiterer Antennen ist es möglich, den Einschlagspunkt zu bestimmen. Der Verlauf eines Gewitters kann so lückenlos dargestellt werden.

Mit dem kostenlosen BLIDS-Spion können sich Interessierte unter www.blids.de schnell und aktuell auch über Blitzeinschläge in der Schweiz informieren.