16. SWKI-Forum
Der Gewinner des SWKI-Nachwuchspreises: Marc Fontainive (GEE) Bildmitte, mit Adr

Obwohl es ein schöner Sommertag war und der Ferienbeginn vor der Türe stand, besuchten rund 180 Teilnehmer am 8. Juli 2016 das SWKI-Forum an der HSLU in Horw. Eröffnet wurde das Forum von Präsident Marco Waldhauser, der dabei gleich auf das Motto des zweiten Teils der Veranstaltung einging. «Wer hat sich heute Morgen nicht schon im Spiegel betrachtet?» fragte er die Anwesenden. «Die Gebäudetechnik wird heute von Referenten aus Facility Management, der Architektur und dem bauherrenseitigen Projektmanagement einen Spiegel vorgehalten bekommen. Dabei werden wir erfahren, wie die Rolle der Gebäudetechnik von Aussen wahrgenommen wird».

Solare Wasserstoff Tankstelle
Autor:
Fraunhofer ISE
Photo:
Fraunhofer ISE
 

Solare Wasserstoff-Tankstelle eingeweiht

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg weihte am 2. März 2012 eine solare Wasserstoff-Tankstelle ein. Die angestrebte Energiewende mit einem starken Ausbau der Erneuerbaren Energien benötigt Wasserstoff als Langzeit-Speicher sowie als Kraftstoff in der Mobilität. Aus Sonnen- oder Windenergie erzeugter Strom kann in Elektrolyseuren zu Wasserstoff umgewandelt werden, der in Brennstoffzellen betriebenen Elektrofahrzeugen bei Betankungszeiten von 3 Minuten eine Reichweite von über 400 km erzielen kann.

Solare Wasserstoff Tankstelle

Solare Wasserstoff Tankstelle wurde in Betrieb genommen.

Die Freiburger Wasserstoff-Tankstelle ist eine von wenigen, die die gesamte Energiekette – vom regenerativ erzeugten Strom über die Elektrolyse bis zur Betankung – aufweist. Das Fraunhofer ISE befasst sich seit seiner Gründung mit der Elektrolysetechnik und dem Wasserstoff als Treibstoff für Brennstoffzellen sowie als Speichermedium für regenerativ erzeugten Strom. Die Wasserstoff-Tankstelle dient den Forschern als Referenzprojekt für weitere Entwicklungen in der emissionsfreien Mobilität. Gleichermassen interessant sind Elektrolyseure als regelbare Last zur Stabilisierung des Stromnetzes im Kontext der fluktuierend ins Netz speisenden erneuerbaren Energien.

«Die konsequente Transformation unseres Energieversorgungssystems hin zu hundert Prozent erneuerbaren Quellen zählt zu den wesentlichen Herausforderungen unserer Gesellschaft in den nächsten Jahren», ist Institutsleiter Prof. Eicke R. Weber überzeugt und fügt hinzu: «In der Speicherfrage spielt dabei der Wasserstoff eine herausragende Rolle, da hierdurch überschüssiger Strom im Netz in beliebigen Mengen gespeichert werden und dann bedarfsgerecht beispielsweise in die Mobilität überführt werden kann.»

Namhafte Automobilhersteller haben bekräftigt, ab 2015 Brennstoffzellenfahrzeuge jenseits der Kleinserie herzustellen. Führende Firmen aus der Mineralölwirtschaft sowie Energieversorgungsunternehmen haben die gemeinsame Initiative H2 Mobility gegründet, mit dem Ziel, bis 2017 eine flächendeckende Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland aufzubauen. Mit der neuen Tankstelle am Fraunhofer ISE hat das Land Baden-Württemberg einen wichtigen Meilenstein in seinem Infrastrukturprogramm gesetzt. Auch Freiburg freut sich über dieses neue Vorzeigeprojekt: «Die Stadt Freiburg und das im Bereich der Energie- und Umwelttechnologien innovationsstarke Umland eignen sich hervorragend als Modellregion für neue Konzepte zur Erprobung von Elektrofahrzeugen im Alltagsbetrieb», so Erster Bürgermeister Otto Neideck.

Im Wesentlichen besteht die Tankstelle aus einem 30 bar-Druckelektrolyseur, einem mechanischen Kompressor zur Verdichtung des Wasserstoffs auf 700 bar, Zwischenspeichern auf zwei verschiedenen Druckstufen und Zapfsäulen mit Dispensern. Sie erlaubt die Betankung von Brennstoffzellen betriebenen PKWs, Bussen sowie Fahrrädern. Für letztere werden am Fraunhofer ISE angepasste Brennstoffzellensysteme entwickelt.

Der Energiebedarf zur Erzeugung und Speicherung des Wasserstoffs wird teilweise aus Photovoltaikfeldern auf dem Dach der Tankstelle sowie benachbarter Gebäude gedeckt. Der Strom der PV-Anlage, deren Leistung bilanztechnisch erfasst wird, wird über einen Wechselrichter in das Stromnetz eingespeist.

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