STROMPREISE 2017
Strompreise 2017

Für das Jahr 2017 ist gesamtschweizerisch mit leicht sinkenden durchschnittlichen Strompreisen in der Grundversorgung zu rechnen. Dies ist das Resultat einer Umfrage des Verbandes Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) bei 30 grösseren Mitgliedern. Betriebliche Effizienzsteigerungen, Kosteneinsparungen beim Stromeinkauf und der tiefere Kapitalkostensatz (WACC) zur Verzinsung der Netze wirken tendenziell preissenkend. Eine bedeutende Auswirkung auf die Preise hat erneut die vom Bund erhobene kostendeckende Einspeisevergütung zur Förderung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien (KEV): Sie steigt per 1. Januar 2017 von 1,3 auf 1,5 Rappen/kWh.

MINERGIE-P-ECO
Autor:
Jutta Glanzmann Gut
Photo:
Holst Architecture
 

3 Labels und ein Haus

Nachhaltiges, energiesparendes Bauen ist auch in den USA ein Thema: Das zeigt das erste zertifizierte Minergie-P-Eco-Wohnhaus in Newberg, Oregon. Damit aus einer Einzelinitiative eines Unternehmers aber eine Breitenbewegung wird, bleibt noch sehr viel zu tun.

Durch die Lage des Gebäudes lassen sich die passiven solaren Gewinne maximieren.

Durch die Lage des Gebäudes lassen sich die passiven solaren Gewinne maximieren.

 

Vor gut einem Jahr wurde das Karuna House in Newberg, Oregon als erstes Gebäude in den USA mit dem Minergie-P-Eco-Vorzertifikat ausgezeichnet. Die Bauherrschaft liess das Haus gleich nach drei Labels zertifizieren: Passivhaus PHIUS+, LEED Platin für Wohnbauten und Minergie-P-Eco. «Der Bauherr ist Unternehmer in Oregon und ein Verfechter der grünen Klimapolitik», sagt Stephan Tanner, geschäftsführender Gesellschafter von Intep Minneapolis, der die Zertifizierung mit dem Minergie-P-Eco-Label zusammen mit Theres Fankhauser, Consultant von Intep St.Gallen, von Anfang an begleitet hat. «Bereits in der Planungsphase tauchte die Frage nach einer Alternative zu LEED auf, bei dem als Bewertungskriterium eine gewisse Anzahl Punkte vergeben werden», erinnert sich Tanner. Über Beziehungen zur Schweizer Botschaft hörte der Bauherr vom Schweizer Minergie-Label, reiste in die Schweiz, schaute sich verschiedene Minergie-Wohnhäuser an und war von diesen begeistert. Das Resultat war, dass das Haus nicht nur mit den in den USA bekannten Labels LEED und Passivhaus bewertet werden sollte, sondern mit dem dort noch völlig unbekannten Minergie-Label – und zwar gleich mit einem der schärfsten Standards für energiesparendes Bauen, dem Minergie-P-Eco-Zertifikat. Erste Gespräche mit Stephan Tanner von Intep Minneapolis zeigten, dass dies grundsätzlich realisierbar ist.

Lichte Architektur
Mittlerweile ist das Haus gebaut. Eine umfangreiche Webseite des verantwortlichen Bauunternehmers Hammer & Hand dokumentiert den Bauprozess und gibt einen Einblick in die Fragestellungen, welche das Team während der Entwicklung und Realisierung des Hauses beschäftigt haben – spannend ist insbesondere das erste Fazit, das hinsichtlich der drei eingesetzten Labels gezogen wurde. Die Architektur für das hinsichtlich Nachhaltigkeit und Gestaltung ambitionierte Projekt stammt vom Büro Holst Architecture aus Portland, Oregon. Die Energiebilanz für das Haus, das eine Art Fallstudie für nachhaltiges Bauen ist, liegt zudem dank einer vor Ort installierten Solar-Anlage bei nahezu null. Formal entwickelt das Haus eine schlichte Gestalt, die den räumlichen Bedürfnissen der Bauherrschaft entspricht. Das Gebäude liegt am südlichen Hang eines Hügels mit Blick über das Weinbaugebiet des Willamette Valley. Dadurch entstehen wunderschöne Ausblicke in die Landschaft, die dem Haus zu Füssen liegt.

Die verschiedenen Kuben – einmal stehend, einmal liegend – aus denen sich das Volumen zusammensetzt fügen sich ins Gelände des leichten Abhangs ein. Gleichzeitig ist es so positioniert, dass sich die passiven solaren Gewinne maximieren lassen. Die hoch gedämmte Hülle ist gemäss der Anforderungen von Minergie-P luftdicht konstruiert. Die Einstrahlung kann durch aussen angebrachte Jalousien kontrolliert werden, welche die dreifachverglasten Holzfenster nach Bedarf verschatten. Für Heizung, Kühlung und Warmwasser sorgt eine Wärmepumpe, und der Lufterneuerung dient eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung.

Der vollständige Artikel ist in der Haustech Ausgabe 12/2013 erschienen.

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