NEUES DIENSTLEISTUNGSCENTER
Das neue DLC von Walter Meier in Nebikon

Am 17. November 2016 hat Walter Meier mit einem symbolischen Akt anlässlich der Eröffnungsfeier sein neues Dienstleistungs-Center in Nebikon offiziell dem Betrieb übergeben. Das neue Gebäude umfasst neben hochautomatisierter Logistiktechnologie auch Büroarbeitsplätze. Von hier aus beliefert Walter Meier seine Fachpartner mit qualitativ hochstehenden Geräten und Anlagen für Heizen, Klimatisieren und Lüften und stellt mit seinem schweizweiten Service rund um die Uhr die sorglose Funktion dieser Anlagen sicher.

EDITORIAL 12/2016
INTERVIEW
Autor:
Monika Schläppi
Photo:
Peter Frommenwiler
 

«Die Digitalisierung wird uns hart treffen»

Gerd Leonhard, Futurist, skizziert die Herausforderungen einer digitalen Gesellschaft. Im Mittelpunkt steht dabei, wie wir künftig leben werden und mit welchen technologischen Veränderungen wir in Zukunft umgehen müssen.

Futurist Gerd Leonhard.

Futurist Gerd Leonhard.

 

Haustech: Sind Sie ein Prophet?
Gerd Leonhard: Nein. Meine Arbeit besteht aus Beobachtungen sowie Analysen. Daraus versuche ich, Trends zu erkennen. Man sagt auf Englisch dazu «Pattern Recognition», das bedeutet Muster zu erkennen. Nach fünf Jahren kann das eigentlich jeder, man muss nur wirklich intensiv Zeit damit verbringen.

In welchem Zeithorizont denken Sie?
Es kommt darauf an, in der Regel sind es fünf bis zehn Jahre. Natürlich beschäftigt mich die Zukunft auch in 20 oder 30 Jahren. Es ist möglich, fünf Jahre vorauszuschauen. Für Transport oder Energie ist vielleicht ein Ausblick auch noch für zehn Jahre möglich, danach wird es bereits hypothetisch.

Sind schon mal Dinge, die Sie vorhergesagt haben, schneller eingetroffen?
Manchmal schneller, aber oft haben sich die Dinge langsamer entwickelt. Bereits vor zehn, zwölf Jahren war klar, dass die Musik nicht mehr auf CDs gespeichert wird, sondern in die Wolke zieht. Diese Abkehr hat allerdings längere Zeit benötigt.

Warum gibt es eher wenige Personen, die sich mit der Zukunft beschäftigen? Die Geschichtsforschung ist weiter verbreitet.
In der Schweiz gibt es einige davon. Vor allem sind es Personen, die akademisch ausgerichtet sind und da­rüber forschen. Ihre Publikationen werden eher zurückhaltend kommuniziert, was vielleicht in der Natur der Forschung liegt.

In Amerika, England, Neuseeland, den ganzen englischsprachigen Ländern hingegen sind sehr viele Futuristen aktiv. Dort wird auch nicht nach Forschung und Nicht-Forschung unterschieden. Forschung hört sich etwas hochtrabend an, es ist Observierung und Intuition.

Haben Sie in diesem Bereich so etwas wie ein Bauchgefühl entwickelt?
Wenn man sich informiert und damit intensiv auseinandersetzt, kann man ein Bauchgefühl dafür bekommen. Meine Firma, The Futures Agency, hat bereits vor sechs Jahren den neuen Trend beim Autofahren, das autonome Fahren, vorausgesagt. Auch das Auto zu teilen, das heisst, kein Auto mehr zu besitzen, wird heute immer mehr zur Realität. Wenn ich allerdings im Autogeschäft tätig wäre, würde ich diese Entwicklung auch nicht so sehen.

Sie haben eingangs erwähnt, dass Sie mit Beobachten und Analysieren Rückschlüsse auf künftige Entwicklungen ziehen. Gibt es dabei länderspezifische Unterschiede?
Es gibt grosse kulturelle Unterschiede. Die Kultur, Tradition und Sprache bestimmen die Entwicklungen eines Landes. Hier in der Schweiz sind wir bei Angeboten im Internet zurückhaltender als zum Beispiel in England oder Amerika. Wir besitzen zwar die ganzen Geräte, aber wir lesen zudem die gedruckte Zeitung. Das macht man in Deutschland immer weniger und in Spanien gar nicht mehr und in Amerika ist die Hälfte der Medienangebote bereits digital. Kulturell brauchen wir offensichtlich länger, um uns zu verändern.

Sind die anglofonen Länder weiter voraus?
Nicht unbedingt. In Amerika herrscht der Pioniergeist, man geht immer nach vorne und macht immer etwas Neues. Das gilt auch für China. Es gibt Länder, in denen der Pioniergeist zum Kult geworden ist. Das gilt nicht für die Schweiz, die eher ausgewogen ist.

Würden Sie sagen, dass es gut wäre, wenn in Europa mehr Pioniergeist herrschen würde?
Ganz sicherlich. Er wird uns auch aufgezwungen, sonst verlieren wir den Anschluss an die Möglichkeiten, die sich in Zukunft entwickeln. Auf der anderen Seite ist unser Umgang auch ein bisschen menschlicher. In Amerika ist dies ein grosses Problem. Alles, womit Geld verdient werden kann, wird gemacht. Nehmen wir das Beispiel Genforschung. Vielleicht kann Krebs oder Alzheimer durch Genforschung besiegt werden, was toll wäre. Aber gleichzeitig kann man so auch seine Kinder programmieren. Ob das eine gute Idee ist, wage ich zu bezweifeln.

Ein weiterer Unterschied zwischen Amerika und Europa ist, dass wir vorsichtiger sind. Und in der Schweiz sind wir dann nochmals vorsichtiger, da bei uns ist das Kollektiv ausgeprägter ist.

Entscheide sind dadurch aber auch breiter abgestützt.
Das ist sicherlich gut, bei Innovationen aber ist diese Haltung eher hinderlich. Dadurch benötigen Innovationen auch mehr Zeit.

Kommen wir zum Thema Digitalisierung. Werden die Firmen ihre Geschäftsmodelle komplett überdenken und neu entwickeln müssen?
Diese Entwicklung wird uns in der Schweiz empfindlich treffen. Es gibt eine Menge mittelständischer ­Unternehmen, die den Anschluss bei Industrie 4.0 und beim Internet der Dinge nicht verpassen dürfen. Ansonsten werden sich vielleicht Fenster schliessen, die früher als Basis unseres Wohlstands galten. Weil plötzlich Software anstelle von Hardware benutzt wird, wie bei Steckverbindungen beispielsweise. Oder Aufzüge werden durch Elektronik gesteuert und nicht durch Module. Und dann sinkt der Preis. Der Franken ist jedoch stark, wodurch es schwerer wird, sich auf dem Markt zu behaupten.

Die Schweizer Industrie hat aber immer sehr gut auf neue Herausforderungen reagiert und darauf, solche neuen Trends aufzuspüren. Es existiert jedoch ein grosser Preisdruck, der uns in den nächsten fünf bis zehn Jahren hart treffen wird.

Auch wenn einfache Arbeiten ins Ausland ausgelagert werden?
Es wird mehr automatisiert werden, Roboter übernehmen Arbeiten wie Montagen. Auch in Amerika wird die Arbeit nicht nach Indien ausgelagert, sondern es werden vermehrt Roboter dafür eingesetzt. Dies heisst aber auch, dass weniger Leute Arbeit haben.

Was bedeutet das für den Einzelnen?
Ich glaube, die Leute müssen vermehrt ihre Arbeit erfinden. Oder Arbeiten machen, die es bisher noch nicht in dem Ausmass gegeben hat. Beispielsweise Datensicherheit und Schutz der Privatsphäre, künstliche Intelligenz oder Design. Das wird die Konsequenz der ganzen Digitalisierung sein.

Das vollständige Interview ist in der Haustech-Ausgabe 1-2/2016 erschienen.

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