Von der in der Schweiz genutzten Endenergie werden rund 50 Prozent in Gebäuden und ein Drittel durch die zunehmende Mobilität beansprucht. Die Building Technologies Division der Siemens Schweiz AG hat deshalb das Projekt «Solare Mobilität» ins Leben gerufen. In der Niederlassung in Steinhausen sind seit Anfang 2012 Photovoltaikanlagen in Betrieb, die mit eCar-Ladestationen und Green Building Informationsbildschirmen vernetzt sind.
Der Sun Tracker richtet sich automatisch an der Sonne aus.
Rund 50 Prozent der in der Schweiz genutzten Endenergie fällt in Gebäuden an. Mobilität verschlingt zusätzlich ein weiteres Drittel. In beiden Bereichen ist der Einsatz fossiler Energieträger heute noch die Regel. Die Sensibilisierung in Bezug auf Energieeinsparungen bei Gebäuden ist in der Schweiz − im Vergleich zu anderen Ländern − aber bereits weit fortgeschritten. So sind hierzulande auch immer mehr Unternehmen und Organisationen bereit, ihr Engagement für Erneuerbare Energien zu zeigen. Die Building Technologies Division von Siemens Schweiz hat deshalb das Projekt «Solare Mobilität» ins Leben gerufen. Es soll Unternehmen ermöglichen, durch die Verknüpfung von Photovoltaik und Elektromobilität einen Beitrag für mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien zu leisten.
Elektromobile überzeugen durch eine hohe Energieeffizienz. Die heute verkauften Exemplare weisen in der Praxis einen typischen Verbrauch von 15 bis 21 kWh/100 km auf, was rund 1.5 bis 2.1 Litern Benzin oder Diesel entspricht. Der Wirkungsgrad eines guten fossilen Antriebs im PW-Bereich liegt bei 20 Prozent (Benzin) bis 25 Prozent (Diesel) − im optimalen Drehbereich und im höchsten Gang. Der Rest geht als Wärme an die Umwelt verloren. Die heutigen elektrischen Antriebe setzen hingegen mehr als 95 Prozent des Batterieinhaltes in Bewegung um.
«Green Building Monitor» als Herzstück
Das zentrale Element der Anlage ist der «Green Building Monitor». Dieser zeigt den Ressourcenbedarf des Gebäudes attraktiv aufbereitet an, etwa den aktuellen Strombedarf, die Eigen-Erzeugung über eine Photovoltaik-Anlage, die von eCars bezogene Energiemenge, den Wasser- und Wärmebedarf des Gebäudes, Emissionen aus dem Ressourcenverbrauch, die dazu gehörenden Kosten, Vergleiche zu anderen energieeffizienten Gebäuden (Benchmarks) und vieles mehr. Diese Daten werden alle 15 Minuten erhoben und in einer Datenbank hinterlegt.
Die Informationen über den Ressourcenverbrauch sensibilisieren Mitarbeitende und stellen das Engagement und den Erfolg im Bereich Umweltschutz und Energieeffizienz auch für Aussenstehende gut sichtbar dar. Die Transparenz erlaubt es zudem, aktuelle Einstellungen an der bestehenden Haustechnik zu hinterfragen und Potentiale zur Steigerung der Energieeffizienz zu identifizieren und gezielt auszuschöpfen.
Voll funktionsfähige Anlage in Steinhausen in Betrieb
In der Siemens-Niederlassung in Steinhausen ist seit Anfang 2012 eine voll funktionsfähige Anlage in Betrieb. Sie besteht aus zwei Photovoltaikanlagen, drei Green Building Monitoren und der allwettertauglichen Ladeinfrastruktur. Bereits seit Sommer 2011 steht vor dem Gebäude ein Elektrofahrzeug. Dessen durchschnittlicher Verbrauch beträgt 21 kWh pro 100 km, was rund 2,1 Litern Benzin oder Diesel entspricht.
Die Flachdachanlage verfügt über eine Fläche von rund 70 m2 und eine nominelle Leistung von 11 kWp (Spitzenleistung). Zusätzlich ist auf dem Dach ein Sun Tracker installiert, welcher sich automatisch an der Sonne ausrichtet. Die dadurch geerntete Energiemenge auf der 20 m2-Tafel ist etwa 30 Prozent höher als bei einem statischen Feld. Die beiden Photovoltaik-Anlagen erzeugen pro Jahr genug Energie, um mit dem eCar mehr als 50000 km fahren zu können.
Ein Sinvert PVM Wechselrichter und die notwendigen Schutz, Mess- und Überwachungsgeräte von Siemens sorgen für einen sicheren und wirtschaftlichen Betrieb. Der Sinvert Wechselrichter erzielt einen Wirkungsgrad von 98 Prozent und funktioniert mit einem vollständig geschlossenen Gehäuse ohne Aussenlüfter. Ein Freischalter sorgt dafür, dass innerhalb des Gebäudes keine Gleichspannungen mehr aus den Solarfeldern auftreten. Durch den flexiblen und modularen Aufbau der Anlage können auch Produkte von Drittanbietern integriert werden. Es ist also auch der Einsatz von bestehender Infrastruktur in der Anlage möglich.
Dank des Green Building Monitors und der dahinter liegenden Datenbank gelang Siemens im eigenen Bürogebäude in Steinhausen in den Jahren 2007 bis 2011 eine Reduktion des CO2-Austosses um 60 Prozent. Der Strombedarf sank um 16 Prozent, Wasser wurde 20 Prozent weniger verbraucht und die Kosten sanken – trotz Preissteigerungen – um 20 Prozent.









